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Therapie

Behandlungsmöglichkeiten bei unerfülltem Kinderwunsch

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann viele Ursachen haben. Ebenso vielfältig sind die Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung. Welche Therapie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Situation, den bisherigen Befunden, dem Alter, der Dauer des Kinderwunsches und den individuellen Wünschen des Paares ab.

Häufig reicht nicht eine einzelne Maßnahme aus. Oft ist eine Kombination verschiedener Behandlungsschritte notwendig, etwa eine hormonelle Unterstützung, eine gezielte Zyklusüberwachung, eine Insemination oder eine Befruchtung außerhalb des Körpers.

Vor Beginn einer Behandlung erhalten Sie in Ihrem Kinderwunschzentrum einen individuell abgestimmten Behandlungsplan. Darin werden der zeitliche Ablauf, die notwendigen Untersuchungen, die Medikamente und die einzelnen Behandlungsschritte erläutert. Die Behandlung wird in der Regel durch Ultraschalluntersuchungen, Hormonbestimmungen und ärztliche Kontrollen begleitet.

Diese Informationen geben Ihnen einen Überblick. Sie ersetzen nicht das persönliche Beratungsgespräch in einem reproduktionsmedizinischen Zentrum.

Psychosoziale Begleitung

Eine Kinderwunschbehandlung kann körperlich, organisatorisch und emotional belastend sein. Viele Paare erleben während der Behandlung Phasen von Hoffnung, Anspannung, Unsicherheit oder Enttäuschung. Auch Fragen zur Partnerschaft, zum Umgang mit Rückschlägen oder zur weiteren Lebensplanung können eine Rolle spielen.

Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie die Teams der Kinderwunschzentren wissen um diese Belastung. Bitte sprechen Sie Sorgen, Ängste oder Unsicherheiten offen an. Häufig hilft es bereits, medizinische Abläufe besser zu verstehen und die nächsten Schritte klar einordnen zu können.

Viele Zentren arbeiten zusätzlich mit psychosozialen Beratungsstellen, speziell qualifizierten Ärztinnen und Ärzten, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten oder Beratungsangeboten für Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch zusammen.

Zyklusbeobachtung und Zyklusoptimierung

Bei manchen Patientinnen liegt nur eine leichte Störung des Zyklus oder der Eizellreifung vor. In solchen Fällen kann eine gezielte Zyklusbeobachtung oder eine milde hormonelle Unterstützung ausreichend sein.

Dabei wird mithilfe von Ultraschalluntersuchungen und gegebenenfalls Hormonbestimmungen überprüft, ob und wann ein Eisprung stattfindet. So kann der optimale Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr oder für weitere Behandlungsschritte besser bestimmt werden.

Leichte hormonelle Störungen können häufig medikamentös behandelt werden. Ziel ist es, die Eizellreifung zu verbessern, den Eisprung zuverlässig auszulösen oder die zweite Zyklushälfte zu unterstützen.

Das Risiko für eine Mehrlingsschwangerschaft oder eine Überreaktion der Eierstöcke ist bei einer sorgfältig überwachten milden Behandlung meist gering, muss aber bei jeder hormonellen Therapie berücksichtigt werden.

Hormonelle Stimulation

Wenn eine einfache Zyklusoptimierung nicht ausreicht oder eine ausgeprägtere Störung der Eizellreifung vorliegt, kann eine hormonelle Stimulation notwendig sein. Dabei werden Medikamente eingesetzt, die das Wachstum eines oder mehrerer Eibläschen in den Eierstöcken fördern.

Viele dieser Medikamente werden als Injektion unter die Haut verabreicht. Die Anwendung ist heute meist einfach zu erlernen. Nach entsprechender Anleitung können die meisten Patientinnen die Spritzen selbst durchführen.

Während der Stimulation wird die Reaktion der Eierstöcke regelmäßig kontrolliert. Je nach Befund können Dosisanpassungen erforderlich sein. Diese Überwachung dient dazu, die Behandlung wirksam und möglichst sicher zu gestalten und eine übermäßige Reaktion der Eierstöcke zu vermeiden.

Wenn ein oder mehrere Eibläschen ausreichend gereift sind, kann der Eisprung medikamentös ausgelöst werden. Anschließend wird je nach Behandlungsplan Geschlechtsverkehr zum optimalen Zeitpunkt empfohlen, eine Insemination durchgeführt oder die Eizellentnahme für eine IVF- oder ICSI-Behandlung geplant.

Insemination

Bei einer Insemination werden aufbereitete Samenzellen zum Zeitpunkt der Empfängnisfähigkeit direkt in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Dies geschieht mit einem dünnen, weichen Katheter und ist in der Regel ein kurzer, wenig belastender Eingriff.

Eine Insemination kann zum Beispiel sinnvoll sein bei:

  • leicht bis mäßig eingeschränkter Samenqualität,

  • Problemen beim Zusammenspiel von Samenzellen und Gebärmutterhalsschleim,

  • bestimmten Störungen des Eisprungs,

  • ausbleibender Schwangerschaft trotz unauffälliger Basisdiagnostik,

  • besonderen medizinischen oder organisatorischen Situationen.

Häufig wird die Insemination mit einer hormonellen Stimulation kombiniert. Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft steigen. Gleichzeitig muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass nicht zu viele Eibläschen heranreifen, da sonst das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften zunimmt.

Behandlung der Endometriose

Endometriose ist eine Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter vorkommt. Häufig findet sich Endometriose im kleinen Becken, zum Beispiel an den Eierstöcken, am Bauchfell, an den Eileitern oder im Bereich zwischen Gebärmutter und Darm.

Typische Beschwerden können starke Regelschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, chronische Unterbauchschmerzen oder Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang sein. Endometriose kann aber auch ohne ausgeprägte Beschwerden bestehen und dennoch die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Die Diagnose wird je nach Situation durch Ultraschall, weitere bildgebende Verfahren oder eine Bauchspiegelung gestellt. Bei einer Bauchspiegelung können Endometrioseherde unter Umständen direkt behandelt werden.

Ob eine operative Behandlung, eine medikamentöse Therapie, eine Insemination, IVF oder ICSI sinnvoll ist, hängt vom Ausmaß der Endometriose, vom Alter der Patientin, von der Eizellreserve, von der Eileiterfunktion, von der Samenqualität und von der bisherigen Kinderwunschdauer ab.

Befruchtung außerhalb des Körpers: IVF und ICSI

Wenn eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg oder durch einfachere Behandlungsverfahren nicht wahrscheinlich ist, kann eine Befruchtung außerhalb des Körpers sinnvoll sein. Umgangssprachlich wird häufig von „künstlicher Befruchtung“ gesprochen. Medizinisch unterscheidet man vor allem zwischen IVF und ICSI.

Bei beiden Verfahren werden die Eierstöcke zunächst hormonell stimuliert. Anschließend werden Eizellen entnommen und im Labor mit Samenzellen zusammengebracht. Nach erfolgreicher Befruchtung und früher Embryonalentwicklung wird ein Embryo in die Gebärmutter übertragen.

Eine IVF- oder ICSI-Behandlung kann unter anderem infrage kommen bei:

  • verschlossenen oder stark geschädigten Eileitern,

  • ausgeprägter männlicher Fertilitätsstörung,

  • Endometriose,

  • länger bestehendem unerfülltem Kinderwunsch,

  • wiederholt erfolgloser Inseminationsbehandlung,

  • bestimmten immunologischen oder kombinierten Ursachen,

  • ausgebliebener Befruchtung in einer vorherigen Behandlung.

Welche Methode geeignet ist, wird individuell entschieden.

Ablauf einer IVF- oder ICSI-Behandlung

Hormonelle Stimulation

Zu Beginn einer IVF- oder ICSI-Behandlung werden die Eierstöcke durch Hormone stimuliert. Ziel ist es, mehrere Eizellen in einem Behandlungszyklus heranreifen zu lassen. Dadurch erhöhen sich die Chancen, geeignete Eizellen zu gewinnen und Embryonen für den Transfer zu erhalten.

Die Medikamente werden meist täglich unter die Haut gespritzt. Die Dosierung wird individuell festgelegt und während der Behandlung bei Bedarf angepasst.

Die Reaktion der Eierstöcke wird durch Ultraschalluntersuchungen und Hormonbestimmungen kontrolliert. Die Stimulationsphase dauert häufig etwa zehn bis vierzehn Tage, kann aber individuell unterschiedlich sein.

Wenn die Eibläschen ausreichend gereift sind, wird die abschließende Eizellreifung medikamentös ausgelöst. Danach wird der Zeitpunkt der Eizellentnahme genau geplant.

Eizellentnahme

Die Eizellentnahme erfolgt in der Regel etwa 34 bis 36 Stunden nach Auslösen der Eizellreifung. Meist wird sie unter einer kurzen Sedierung oder Narkose durchgeführt.

Dabei wird unter Ultraschallkontrolle eine dünne Punktionsnadel durch die Scheidenwand in die Eierstöcke geführt. Die Flüssigkeit aus den Eibläschen wird abgesaugt und im Labor auf Eizellen untersucht.

Nach dem Eingriff bleiben die Patientinnen noch für eine gewisse Zeit zur Überwachung im Zentrum. Am Tag der Punktion sollten sie nicht selbst Auto fahren und sich nach Möglichkeit abholen lassen.

In-vitro-Fertilisation, kurz IVF

Bei der IVF werden die gewonnenen Eizellen im Labor mit aufbereiteten beweglichen Samenzellen zusammengebracht. Die Befruchtung findet anschließend selbstständig im Kulturmedium statt.

Am folgenden Tag wird überprüft, ob Anzeichen einer regulären Befruchtung vorliegen. In Deutschland wird dabei insbesondere das sogenannte Vorkernstadium beurteilt. Danach wird entsprechend der rechtlichen Vorgaben und der individuellen Situation entschieden, welche Zellen weiterkultiviert werden und ob geeignete imprägnierte Eizellen kryokonserviert werden können.

Nach weiterer Entwicklung erfolgt der Embryotransfer. Dabei wird ein Embryo mit einem dünnen Katheter durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle übertragen. Der Eingriff ist in der Regel schmerzarm und dauert nur wenige Minuten.

Die Einnistungsphase wird häufig durch Hormone unterstützt. Etwa zwei Wochen nach dem Embryotransfer kann durch einen Bluttest festgestellt werden, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI

Die ICSI ist eine spezielle Form der Befruchtung außerhalb des Körpers. Sie wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Samenzellen voraussichtlich nicht in der Lage sind, die Eizelle selbstständig zu befruchten.

Bei der ICSI wird unter einem Spezialmikroskop eine einzelne Samenzelle direkt in eine Eizelle eingebracht. Danach verläuft die weitere Kultur ähnlich wie bei der IVF.

Eine ICSI kann zum Beispiel sinnvoll sein bei:

  • deutlich eingeschränkter Spermienzahl,

  • stark verminderter Beweglichkeit der Spermien,

  • ausgeprägten Formveränderungen der Spermien,

  • fehlender oder sehr schlechter Befruchtung in einer vorherigen IVF-Behandlung,

  • Verwendung operativ gewonnener Spermien aus Hoden oder Nebenhoden.

Vor einer ICSI-Behandlung erfolgt eine ausführliche ärztliche Beratung. Je nach Befund kann zusätzlich eine andrologische oder genetische Beratung sinnvoll oder erforderlich sein.

Operative Spermiengewinnung: MESA und TESE

In manchen Fällen finden sich im Ejakulat keine oder nur extrem wenige Spermien. Ursache kann eine Verschlussstörung der Samenwege oder eine stark eingeschränkte Spermienbildung im Hoden sein.

Dann kann unter bestimmten Voraussetzungen eine operative Spermiengewinnung möglich sein.

Bei der MESA werden Spermien aus dem Nebenhoden gewonnen. Dieses Verfahren kommt vor allem bei Verschlussstörungen der Samenwege infrage.

Häufiger wird heute die TESE durchgeführt. Dabei werden kleine Gewebeproben aus dem Hoden entnommen. Aus diesen Proben können im Labor unter Umständen Spermien isoliert werden. Gewonnene Spermien oder Hodengewebeproben können häufig kryokonserviert und für spätere ICSI-Behandlungen verwendet werden.

Die operative Spermiengewinnung erfolgt in Zusammenarbeit mit urologischen oder andrologischen Fachärztinnen und Fachärzten.

Kryokonservierung

Kryokonservierung bedeutet, dass Zellen oder Gewebe durch sehr tiefes Einfrieren für eine spätere Verwendung aufbewahrt werden.

In der Reproduktionsmedizin können unter anderem kryokonserviert werden:

  • Spermien,

  • Eizellen,

  • imprägnierte Eizellen im Vorkernstadium,

  • Embryonen im rechtlich zulässigen Rahmen,

  • Hodengewebe,

  • Eierstockgewebe in besonderen medizinischen Situationen.

Die Kryokonservierung kann in verschiedenen Situationen sinnvoll sein. Dazu gehören zum Beispiel überzählige imprägnierte Eizellen nach einer IVF- oder ICSI-Behandlung, die Verwendung operativ gewonnener Spermien für spätere Behandlungszyklen oder die Fertilitätsprotektion vor keimzellschädigenden Therapien.

Ob und in welchem Umfang Kosten für die Kryokonservierung übernommen werden, hängt von der medizinischen Situation und vom jeweiligen Kostenträger ab. Viele Maßnahmen sind Selbstzahlerleistungen. Bei bestimmten medizinischen Indikationen, insbesondere im Rahmen der Fertilitätsprotektion, können besondere Erstattungsregelungen gelten.

Ihr Kinderwunschzentrum informiert Sie vorab über die medizinischen, rechtlichen und finanziellen Aspekte.

Assisted Hatching

Vor der Einnistung muss der Embryo seine äußere Hülle verlassen. Dieser Vorgang wird als „Schlüpfen“ bezeichnet.

In ausgewählten Situationen kann eine sogenannte Schlüpfhilfe, auch Assisted Hatching genannt, erwogen werden. Dabei wird die äußere Hülle des Embryos mithilfe eines Lasers an einer kleinen Stelle ausgedünnt oder eröffnet.

Ob Assisted Hatching im Einzelfall sinnvoll ist, wird individuell geprüft. Es handelt sich nicht um eine Standardmaßnahme für alle Behandlungen.

Erfolgsaussichten

Die Erfolgsaussichten einer Kinderwunschbehandlung hängen von vielen Faktoren ab. Besonders wichtig sind das Alter der Frau, die Eizellreserve, die Spermienqualität, die Ursache des unerfüllten Kinderwunsches, frühere Schwangerschaften, Vorerkrankungen und der Verlauf vorheriger Behandlungen.

Statistische Angaben können immer nur Durchschnittswerte darstellen. Sie erlauben keine sichere Vorhersage für den einzelnen Behandlungszyklus. Ihr Zentrum wird Ihre persönliche Situation mit Ihnen besprechen und die Chancen realistisch einordnen.

Wichtig ist auch: Eine Kinderwunschbehandlung kann mehrere Behandlungszyklen erfordern. Gleichzeitig muss regelmäßig überprüft werden, ob die gewählte Strategie weiterhin sinnvoll ist oder angepasst werden sollte.

Mögliche Risiken und Komplikationen

Kinderwunschbehandlungen sind heute etablierte medizinische Verfahren. Dennoch können Risiken und Nebenwirkungen auftreten. Über diese werden Sie vor Beginn der Behandlung ausführlich aufgeklärt.

Überreaktion der Eierstöcke

Bei hormoneller Stimulation kann es zu einer übermäßigen Reaktion der Eierstöcke kommen. Dieses sogenannte ovarielle Überstimulationssyndrom ist heute durch moderne Stimulationsprotokolle und engmaschige Kontrollen seltener geworden, kann aber in Einzelfällen relevant sein.

Anzeichen können Unterbauchbeschwerden, Völlegefühl, Übelkeit, Gewichtszunahme oder Flüssigkeitseinlagerungen sein. Bei entsprechender Reaktion kann es notwendig sein, die Behandlung anzupassen, den Embryotransfer zu verschieben oder besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Mehrlingsschwangerschaft

Mehrlingsschwangerschaften sind mit erhöhten Risiken für Mutter und Kinder verbunden. Dies gilt nicht nur für Drillings-, sondern auch für Zwillingsschwangerschaften.

Ziel moderner Reproduktionsmedizin ist deshalb nicht einfach eine möglichst hohe Schwangerschaftsrate, sondern eine gesunde Einlingsschwangerschaft. Die Zahl der zu übertragenden Embryonen wird daher sorgfältig abgewogen und im persönlichen Gespräch festgelegt.

Eileiterschwangerschaft und Fehlgeburt

Auch nach einer Kinderwunschbehandlung können Schwangerschaftskomplikationen auftreten, die grundsätzlich auch bei spontan entstandenen Schwangerschaften möglich sind. Dazu gehören Fehlgeburten, Eileiterschwangerschaften oder andere Schwangerschaftsprobleme.

Das Risiko hängt unter anderem vom Alter, von Vorerkrankungen und von der individuellen Ausgangssituation ab.

Fehlbildungen

Für keine Schwangerschaft kann eine Fehlbildung beim Kind vollständig ausgeschlossen werden. Dies gilt sowohl für spontan entstandene Schwangerschaften als auch für Schwangerschaften nach reproduktionsmedizinischer Behandlung.

Vor bestimmten Behandlungsformen, insbesondere bei ausgeprägter männlicher Fertilitätsstörung oder ICSI, kann eine zusätzliche Beratung zu genetischen und medizinischen Risiken sinnvoll sein.

Ethische Grundsätze und rechtliche Rahmenbedingungen

Bei jeder Kinderwunschbehandlung stehen die Würde und das Wohl der Patientinnen und Patienten sowie des möglicherweise entstehenden Kindes im Mittelpunkt.

Die Reproduktionsmedizin unterliegt in Deutschland verschiedenen rechtlichen und berufsrechtlichen Vorgaben. Dazu gehören unter anderem das Embryonenschutzgesetz, Regelungen des ärztlichen Berufsrechts, Richtlinien der ärztlichen Selbstverwaltung sowie Vorgaben der Kostenträger.

Da sich einzelne rechtliche und erstattungsbezogene Fragen je nach Bundesland, Versicherungssituation und persönlicher Konstellation unterscheiden können, ist eine individuelle Beratung im behandelnden Zentrum wichtig.

Qualitätssicherung

Die reproduktionsmedizinischen Zentren in Deutschland unterliegen hohen Qualitätsanforderungen. Dazu gehören fachliche Qualifikation, strukturierte Abläufe, Laborsicherheit, Dokumentation, Aufklärung und interne sowie externe Qualitätssicherungsmaßnahmen.

Viele Behandlungszyklen werden anonymisiert an das Deutsche IVF-Register gemeldet. Die dort erhobenen Daten helfen, Behandlungsergebnisse zu dokumentieren, Entwicklungen zu erkennen und die Qualität der reproduktionsmedizinischen Versorgung weiter zu verbessern.

Kosten und Kostenübernahme

Die Kosten einer Kinderwunschbehandlung und deren mögliche Erstattung hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem:

  • die medizinische Diagnose,

  • die geplante Behandlungsmethode,

  • der Familienstand,

  • das Alter der Partner,

  • der Versicherungsstatus,

  • die Vorgaben der gesetzlichen Krankenversicherung,

  • die Vertragsbedingungen privater Krankenversicherungen,

  • mögliche Beihilfe- oder Heilfürsorgeregelungen,

  • zusätzliche Leistungen wie Kryokonservierung oder besondere Laborverfahren.

Bei gesetzlich versicherten Paaren gelten für Maßnahmen der künstlichen Befruchtung besondere gesetzliche Voraussetzungen. In der Regel ist vor Behandlungsbeginn ein Behandlungsplan zu erstellen und von der Krankenkasse zu genehmigen. Ohne vorherige Genehmigung kann eine Kostenerstattung gefährdet sein.

Private Krankenversicherungen, Beihilfestellen und Heilfürsorgestellen haben eigene Regelungen. Bei gemischt versicherten Paaren, also wenn ein Partner gesetzlich und der andere privat versichert ist, können besondere Abrechnungs- und Erstattungsfragen entstehen.

Ihr Kinderwunschzentrum wird Sie vor Beginn der Behandlung über die voraussichtlichen Kosten, notwendige Anträge und mögliche Erstattungswege informieren. Bitte klären Sie Kostenfragen möglichst frühzeitig mit Ihrer Versicherung oder Beihilfestelle.

Weitere Informationen

Die Mitgliedszentren des BRZ beraten Sie individuell zu Diagnostik, Behandlungsmöglichkeiten, Erfolgsaussichten, Risiken, rechtlichen Rahmenbedingungen und Kostenfragen.

Bei weitergehenden allgemeinen Fragen können Sie sich gerne an den BRZ wenden. Die konkrete medizinische Beratung und Behandlungsplanung erfolgt jedoch immer im persönlichen Gespräch mit Ihrem behandelnden Kinderwunschzentrum.

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